Der Moment, um den es hier geht, dauert etwa fünf Sekunden: Du liest ein Rezept, denkst „das koche ich mal", und dann passiert entweder etwas Sinnvolles oder eben nicht. Meistens nicht. Ein Lesezeichen setzen fühlt sich wie Speichern an, ist es aber nicht, denn ein Lesezeichen ist ein Link auf eine fremde Seite, kein Rezept in deiner Hand.
Importieren heißt: Titel, Zutaten mit Mengen und die Arbeitsschritte werden als eigene, strukturierte Daten übernommen. Danach gehört das Rezept dir. Es funktioniert ohne Netz, es lässt sich nach Zutaten durchsuchen, und es kann auf deine Einkaufsliste wandern. Die fremde Seite darf danach umziehen oder verschwinden.
Dieser Leitfaden behandelt die vier praktischen Wege Rezepte in eine digitale Bibliothek zu importieren, worauf man bei einer Rezept-Speicher-App achten sollte, und wie man eine Sammlung aufbaut die nützlich bleibt statt zu einem weiteren Stapel Unordnung an einem anderen Ort zu werden.
Vier Wege hinein, je nach Fundort
Rezepte kommen durch verschiedene Kanäle in dein Leben, eine Kochwebsite, ein Kochbuch, eine Nachricht von deiner Mutter, eine handgeschriebene Karte von einem Freund. Eine gute Rezeptbibliothek verarbeitet alle. Das sind die vier Methoden, die jede Quelle abdecken:
Von einer Website-URL importieren
Kopiere den Link von einer Rezeptwebsite und füge ihn in die App ein. Die App parst die Seite automatisch und extrahiert das Rezept, Titel, Zutatenliste und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, ohne dass du eine einzige Zeile abtippen musst. Das ist die schnellste Methode und funktioniert mit den meisten Kochwebsites und Food-Blogs.
Kochbuch oder gedrucktes Rezept fotografieren
Richte deine Telefonkamera auf eine Kochbuchseite, eine gedruckte Rezeptkarte oder eine handgeschriebene Notiz und lass KI es extrahieren. Moderne Rezept-Scan-Apps verwenden große Sprachmodelle um den Text im Bild zu lesen und in strukturierte, bearbeitbare Rezeptdaten umzuwandeln, Titel, Zutaten mit Mengen und nummerierten Anleitungen.
Rohtext einfügen
Kopiere einen Textblock Rezepttext, aus einer E-Mail, einem PDF, einer Social-Media-Bildunterschrift, einer Messaging-App, und füge ihn direkt in die App ein. Rohtext-Einfüge-Import verarbeitet unstrukturierte Eingaben: die App liest den eingefügten Inhalt und extrahiert die Rezeptstruktur. Nützlich für Rezepte die in Messaging-Apps, Newsletter-E-Mails oder überall ohne teilbare URL geteilt werden.
Manuell eingeben
Tippe das Rezept von Grund auf mit einem strukturierten Formular, Titel, Zutaten mit Mengen und Einheiten, und nummerierte Schritte. Mehr Aufwand als die anderen Methoden, aber das richtige Werkzeug für Familienrezepte die nur in jemandes Erinnerung existieren, oder Rezepte die du genau so aufzeichnen möchtest wie du sie machst.
Welche Methode soll ich verwenden?
Beginne mit URL-Import für alles was du online findest, es ist sofort und genau. Nutze Foto-Import für Kochbücher und physische Karten. Nutze Text einfügen für alles das per Nachricht, E-Mail oder Social Media ankommt. Nutze manuelle Eingabe für Rezepte die in keiner anderen Form existieren.
Was sich per Link holen lässt, und was nicht
Der Link-Import ist der bequemste Weg, aber er funktioniert nicht überall gleich gut. Das liegt weniger an der App als daran, wie eine Seite ihr Rezept ausliefert. Damit du nicht rätselst, hier die ehrliche Einordnung.
Läuft in der Regel problemlos
- Klassische Rezeptseiten und Foodblogs. Alles, was ein Rezept als richtige Seite mit Zutatenliste und nummerierten Schritten darstellt. Das ist die große Mehrheit, auch bei den bekannten deutschen Portalen.
- Seiten mit Druckansicht. Klappt der normale Link einmal nicht, führt die Druck- oder Rezeptkarten-Ansicht oft zum Ziel.
Geht nur über Umwege
- Rezepte hinter einem Login oder in einer geschlossenen Hersteller-App. Was nicht als öffentliche Seite existiert, kann kein Link-Import erreichen. Hier hilft: Text kopieren und einfügen, oder den Bildschirm abfotografieren.
- Instagram und TikTok. Das Rezept steht dort in der Bildunterschrift oder im Video, nicht als Rezeptdaten. Einen Link einzufügen bringt nichts. Was funktioniert, steht im Leitfaden Rezepte von Instagram und TikTok speichern.
- Reine Video-Rezepte. Die App kann kein Video ansehen und keinen Ton auswerten. Wenn im Text nichts steht, bleibt nur mitschreiben.
Chefkoch, Thermomix und die hiesigen Eigenheiten
Internationale Anleitungen zum Rezeptimport gehen von amerikanischen Foodblogs aus. Die Quellen, aus denen im deutschsprachigen Raum tatsächlich gekocht wird, verhalten sich an drei Stellen anders, und das erklärt die meisten Überraschungen nach dem Import.
Die Portionsangabe ist beweglich
Auf den großen deutschen Rezeptportalen lässt sich die Portionszahl direkt auf der Seite verstellen, und die Mengen rechnen sich mit. Importiert wird der Stand, der beim Aufruf gilt, nicht zwangsläufig der, den du im Kopf hattest. Deshalb lohnt der Blick auf die Portionsangabe im Import-Vorschaufenster: Steht dort 2 statt 4, ist nicht die Erkennung schuld, sondern der Schieberegler. Einmal korrigiert, stimmt danach auch die Einkaufsliste.
Das eigentliche Rezept steht oft in den Kommentaren
Eine Besonderheit der deutschen Rezeptportale, die kein Importwerkzeug abbilden kann: Unter beliebten Rezepten sammeln sich Hunderte Kommentare, und darin steckt regelmäßig die entscheidende Korrektur. Die halbe Menge Zucker, zwanzig Minuten mehr im Ofen, die Anmerkung, dass zwei Esslöffel Speisestärke fehlen. Wer ein Rezept importiert, holt sich den ursprünglichen Text, nicht die kollektive Verbesserung. Es lohnt sich, vor dem ersten Kochen kurz zu überfliegen und die zwei, drei wiederkehrenden Hinweise gleich in die Schritte zu schreiben. Danach steht die verbesserte Fassung in deiner Sammlung und nicht in einem Kommentarbereich, den du nie wiederfindest.
Thermomix-Rezepte sind ein Sonderfall
Zwei Hürden auf einmal. Erstens liegen die offiziellen Rezepte auf einer Plattform, die ein Abo und eine Anmeldung verlangt, und was hinter einem Login liegt, erreicht kein Link-Import. Zweitens sind die Schritte in einer Gerätesprache notiert, „3 Min. / 100 °C / Stufe 2", die außerhalb des Geräts wenig aussagt. Für die eigene Sammlung ist es meist sinnvoll, den Text zu kopieren und beim Einfügen zwei Dinge zu ergänzen: was im Topf passiert (anschwitzen, köcheln, pürieren) und die Zutatenmengen als normale Angaben. Dasselbe gilt sinngemäß für Rezepte aus anderen Hersteller-Apps.
Fällt eine Quelle unter diese drei Fälle, ist Kopieren und Einfügen fast immer schneller als der Versuch, den Link zum Laufen zu bringen.
Das Kochbuch abfotografieren: was dabei passiert
Von den vier Import-Methoden ist Foto-Scannen die, über die Menschen am skeptischsten sind, und die, die sie am zuverlässigsten überrascht. Das ist was passiert wenn du eine Kochbuchseite fotografierst, und wie du das beste Ergebnis bekommst.
Was die KI liest
Wenn du ein Rezept fotografierst, sendet DinnerFlow das Bild an Gemini AI, die den Text im Bild liest und ihn in strukturierte Rezeptdaten umwandelt. Es identifiziert Titel, Zutatenliste mit Mengen und Einheiten, und die nummerierten Anleitungen, und gibt sie als bearbeitbare Felder zurück die du überprüfst bevor du speicherst. Das funktioniert bei:
- Kochbuchseiten, jedes gedruckte Kochbuch, egal ob der Text Großdruck oder in kleinen Spalten ist
- Gedruckte Rezeptkarten, Karten aus Rezeptboxen, Zeitschriften oder Zeitungsausschnitten
- Handgeschriebene Rezepte, Familienrezepte auf Karteikarten oder losen Blättern, einschließlich unvollkommener Handschrift
- Screenshots und Bilder, wenn ein Rezept als Bild statt Text erscheint, kann Foto-Import es extrahieren wo URL-Import scheitern würde
Wie du einen guten Scan machst
Die Genauigkeit verbessert sich deutlich mit einigen Gewohnheiten die keinen zusätzlichen Aufwand erfordern:
- Das Bild füllen. Je näher die Seite das Kamerabild ausfüllt, desto größer erscheint der Text und desto genauer liest die KI ihn.
- Gleichmäßiges Licht, kein Blendlicht. Scharfes Oberlicht erzeugt Blendlicht auf glänzenden Kochbuchseiten. Weiches, gleichmäßiges Licht liefert sauberere Ergebnisse.
- Die Seite flach halten. Ein gebogener Rücken verzerrt den Text an den Rändern. Drücke das Buch fest auf, oder fotografiere eine Seite nach der anderen wenn der Rücken nicht flach liegt.
- Ein Rezept pro Foto. Wenn ein Spread zwei Rezepte enthält, fotografiere sie getrennt.
Nach dem Scan prüfen und bearbeiten
Das extrahierte Rezept erscheint immer als bearbeitbare Felder bevor es gespeichert wird, du verpflichtest dich nicht zu dem was die KI produziert hat. Für die meisten Scans gut gedruckter Kochbücher braucht das extrahierte Rezept keine Korrektur. Für handgeschriebene Notizen mit idiosynkratischem Kürzel dauert eine schnelle Überprüfung unter einer Minute.
Damit die Sammlung nicht zum Friedhof wird
Importieren ist der leichte Teil. Ob die Sammlung in einem halben Jahr noch benutzt wird, entscheidet sich an drei Gewohnheiten, und keine davon hat mit der Technik zu tun.
Nach und nach statt in einem Rutsch
Die Versuchung ist groß, an einem Abend alles auf einmal zu digitalisieren: jedes Lesezeichen, jeden Screenshot, das halbe Kochbuchregal. Technisch klappt das, praktisch entsteht dabei eine Sammlung, die niemand mehr überblickt, weil sie zu keinem Zeitpunkt eine Auswahl war. Wer Rezepte dann importiert, wenn er ihnen begegnet, hat nach drei Monaten eine Bibliothek, die zum Haushalt passt, statt eines Archivs.
Vierzig gute schlagen vierhundert mögliche
Vierzig Rezepte, die wirklich gekocht werden, sind mehr wert als vierhundert, die irgendwann in Frage kämen. Ziel ist keine Vollständigkeit, sondern eine verlässliche Rotation, aus der sich eine Woche zusammenstellen lässt, ohne lange zu suchen. Was zweimal enttäuscht hat, darf weg. Löschen ist Pflege, nicht Verlust.
Importieren, bevor der Topf auf dem Herd steht
Der schlechteste Moment für einen Import ist der, in dem gerade gekocht wird. Wer Rezepte beim Lesen, Stöbern oder Zuschauen sofort speichert, hat sie beim Planen der Woche zur Hand. Die zehn Sekunden beim Import ersparen später die Viertelstunde Suche nach der Seite, auf der dieses eine Nudelgericht stand.
Fragen rund ums Importieren
Kann ich ein Rezept von jeder Website importieren?
Von den allermeisten. Klassische Rezeptportale und Foodblogs liefern ihr Rezept in einem Format aus, das die App direkt auslesen kann. Wo das nicht klappt, meist bei Seiten hinter einem Login oder in einer Hersteller-App, springt das Einfügen von Text ein. Zwischen Link-Import und Einfügen lässt sich praktisch alles speichern, was auf einem Bildschirm lesbar ist.
Wie speichere ich ein Rezept von einer Website auf dem Handy?
Du kopierst die Adresse der Rezeptseite und fügst sie in die App ein. Titel, Zutaten mit Mengen und die einzelnen Schritte werden herausgelesen und als Rezept gespeichert, nicht als Link. In DinnerFlow ist das ein Tipp, danach liegt das Rezept in der Bibliothek und lässt sich sofort einem Tag im Wochenplan zuweisen.
Wie importiere ich Rezepte von Chefkoch oder aus dem Thermomix?
Bei den großen deutschen Rezeptportalen funktioniert der Link-Import in der Regel direkt. Achte nur auf die Portionsangabe: Lässt sich die Portionszahl auf der Seite verstellen, wird der gerade eingestellte Stand übernommen, und den korrigierst du am besten gleich im Vorschaufenster. Thermomix-Rezepte sind ein Sonderfall, denn die offiziellen Rezepte liegen hinter einer Anmeldung, an die kein Link-Import herankommt. Dort kopierst du den Text und ergänzt beim Einfügen, was im Topf tatsächlich passiert, weil Angaben wie „3 Min. / 100 °C / Stufe 2" außerhalb des Geräts wenig aussagen.
Wie digitalisiere ich ein Rezept aus einem Kochbuch?
Per Foto. Du fotografierst die Seite, und die Texterkennung macht daraus Titel, Zutatenliste und Schritte als bearbeitbaren Text. Das funktioniert genauso mit gedruckten Rezeptkarten und mit handgeschriebenen Zetteln. Für eine ganze Sammlung lohnt es sich, in Etappen vorzugehen statt an einem Abend das halbe Regal abzuarbeiten.
Wie gut funktioniert die Erkennung aus einem Foto?
Bei sauber gedruckten Kochbuchseiten sehr zuverlässig, Mengen und Einheiten inklusive. Handschrift klappt, solange sie einigermaßen leserlich ist; stark verschnörkelte oder abgekürzte Notizen brauchen eine Nachkontrolle. Das erkannte Rezept erscheint vor dem Speichern immer als bearbeitbare Felder, sodass du Fehler korrigierst, bevor irgendetwas in der Bibliothek landet.
Kann ich ein handgeschriebenes Rezept einscannen?
Ja. Rezeptkarten und lose Notizen liest die Foto-Erkennung mit. Wie gut, hängt an der Handschrift: Druckschrift wird zuverlässig erkannt, Schreibschrift mit vielen Abkürzungen weniger. Fotografiere bei gleichmäßigem Licht, ohne Schatten der eigenen Hand, und geh nah genug heran, dass die Zeilen das Bild ausfüllen.
Kann ich Rezepttext einfach einfügen?
Ja, und das ist der Rettungsweg für alles, was kein Link hergibt. Du kopierst den Rezepttext aus einer E-Mail, einem PDF, einer Nachricht oder von einer sperrigen Website und fügst ihn ein. Die App zerlegt den Fließtext selbst in Zutaten und Schritte. Perfekt formatiert muss die Vorlage dafür nicht sein.
Wie speichere ich ein Rezept von Instagram oder TikTok?
Über den Link allein geht es nicht, denn dort steht das Rezept in der Bildunterschrift oder im Video und nicht als Rezeptdaten. Am zuverlässigsten kopierst du den Text der Bildunterschrift und fügst ihn ein. Läuft das Rezept nur im Video, hilft ein Bildschirmfoto der deutlichsten Stelle und danach die Foto-Erkennung. Ausführlich steht das im Leitfaden Rezepte von Instagram und TikTok speichern.
Was macht eine gute App zum Speichern von Rezepten aus?
Sie nimmt Rezepte aus jeder Quelle an, sie speichert das Rezept selbst statt eines Links, und sie hält es offline verfügbar. Der Unterschied fällt spätestens auf, wenn eine Seite verschwindet oder im Laden das Netz fehlt. DinnerFlow deckt alle vier Wege ab, Link, Foto, eingefügter Text und manuelle Eingabe, und legt alles in einer durchsuchbaren Bibliothek ab, die auch ohne Internet funktioniert.
Vier Wege hinein, eine Sammlung heraus.
DinnerFlow ist eine kostenlose Rezeptplaner-App für Android, die rund um die Idee gebaut wurde, dass ein Rezept zu importieren weniger Zeit kosten sollte als die Entscheidung es zu speichern. Alle vier Import-Methoden sind in einem Bildschirm verfügbar:
Vier Importwege. Eine Bibliothek.
Jedes Rezept das du speicherst geht in eine geteilte Haushaltsbibliothek, durchsuchbar, offline verfügbar, und verbunden mit deinem Wochenplan und deiner Einkaufsliste.
- URL-Import, Rezeptlink einfügen; das vollständige Rezept wird automatisch extrahiert.
- Foto-Import, Kochbuchseite fotografieren; Gemini AI extrahiert Titel, Zutaten und Schritte.
- Text einfügen, von überall kopieren und einfügen; die App parst die Struktur.
- Manuelle Eingabe, ein Rezept von Grund auf mit einem strukturierten Formular eintippen.
- Haushaltsteilung, jeder in deinem Haushalt teilt dieselbe Bibliothek in Echtzeit.
Sobald deine Bibliothek aufgebaut ist, verbindet DinnerFlow sie direkt mit einem Wochenplan-Kalender und einer geteilten Einkaufsliste, damit ein Rezept zu importieren der erste Schritt in einer Kette ist die mit einem abgehakten Einkauf endet, nicht mit einem weiteren Lesezeichen das du aus den Augen verlierst.